Samstag, 24. Juli 2010

Anselm Kiefer (Maler) und Lilith


Lilith, 1990.

Öl, Emulsion, Schellack, Kohle und Asche auf Leinwand, Ton, Frauenhaar, Bleistreifen und Mohn, 380 x 560 cm, Hans Grothe, Bremen.


Auszug aus einem Monumenta-Bericht über die Arbeit von Anselm Kiefer:
 
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Lilith ist eine dämonische Kreatur, die sowohl rebellisch als auch melancholisch ist. Daniel Arasse erinnert daran, dass sie die „erste Eva“ war, die Gott aus dem gleichen Lehm wie Adam schuf. Sie verlangt, ihm ebenbürtig zu sein – was man ihr allerdings verweigert. Aufgebracht spricht sie Seinen Namen aus und wird dafür ans Rote Meer verbannt. In den verschiedenen jüdischen Traditionen ist sie ein weiblicher Dämon, der Männer verführt und schwangere Frauen angreift (Talmud), oder eine perverse Prostituierte, die Königin des Bösen (Zohar, das Buch des Glanzes). In der Kabbala herrscht Lilith über allem, was unrein ist, sie wird mit Saturn und seinem Schlangenattribut in Verbindung gesetzt, sowie mit Blei und den Menschen, die an Melancholie leiden. Kiefer benützt das Blei als Medium, zu gleichgesinnten Zwecken, welche ebenfalls an Melancholie erinnern, ohne es damit ganz gleichzusetzen. Der Bezug zu Lilith kommt schon lange in Kiefers Arbeiten vor, in Werken mit verschiedenen Trägern, Grundlagen und Techniken.
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Link zu Monumenta-Bericht

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