Montag, 12. April 2010

Lilith und der rote Löwe


Letzte Seite, S. 570 aus "Der Rote Löwe" von Maria Szepes

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Nach diesen Worten trat Stille ein, schwere, absolute Stille. Die unhörbaren Stimmen rauschten nicht mehr, und auch die stumme Pastell-Orgel der Farben schwieg. Alles, oben wie unten, stand wie versteinert da, wartete und horchte. Jede ätherische Form und jede schöpferische Möglichkeit boten sich gleichzeitig dar, ohne dass irgendwo eine Falle oder eine Vergeltung lauerte. Reine, freie Ebenen führten nach allen Seiten. Glänzende, gewaltige Sternenhäfen warteten mit den nie gekosteten Variationen des Lebens. In Liliths Schoß konzentrierten sich gewaltige Kräfte, um sich auf Befehl des SCHÖPFERGEISTES einen blendenen Himmel zu bilden. In den Tiefen schimmerten ahnungsvoll die verborgenen Pforten des Hades. Und in diesem Dämmerlicht verheißen Geheimnisse, die transzendente Ekstasen erzeugten, die Erfüllung der Mysterien. Gewaltige Sonnen von Galaxien erglühten wie feurige Himmelsaugen. Die strudelnde Ausbreitung des Makrokosmos, die Verengungen des Mikrokosmos zogen mich mit magnetischer Kraft in ihrem Schoß.

... Und die Erde, diese elende Erde, die auf eine Krise zusteuerte, wartete ebenfalls darauf, dass sich die Zahl der Gerechten erfüllte.
Sie wartete auf den Messias...

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