Freitag, 9. April 2010

Auftauchen - das Elixier des roten Löwens

Leute, Leute, puhhh war ich weg. Ich bin dann mal weg... war das HPKerkeling-Motto der letzten Woche. So langsam tauche ich wieder auf. Hätte mich den keiner vor dem Buch "Der Rote Löwe" warnen können?! Nein Spaß. Natürlich kam das Buch genau zur richtigen Zeit. Ich hatte an Ostern sogar Zeit, es in einem Rutsch durchzulesen... welch Zufall.




Hier die für mich bedeutenste Stelle, so viel müsst Ihr nun auch daran teilhaben, (sonst platz ich noch ;-) Der Meister spricht zu seinem Schüler, der unbedingt das berühmte "Elixier des Magier" will, S. 515

"Nein. Du verstehst unter dem Elixier den Trank des ewigen Lebens, der deinen Körper, deine Jugend, deine Leidenschaften, deine Genussfähigkeit und deine Anziehungskraft unsterblich macht. Du glaubst darin ein Wundermittel zu erkennen, das jede Ausschweifung erlaubt und nicht mit Krankheit und Tod zurückschlägt. Du willst leben bis zum Ende aller Zeiten, weil du glaubst, dass deine Lebensgier selbst in der Unendlichkeit nicht befriedigt werden kann. Ich muss dich von diesem schwerwiegenden Irrtum befreien! Der Körper lässt sich heilen, seine Lebensdauer mit Hilfe gewisser Medikamente verlängern, hauptsächlich aber durch eine Lebensweise, die die Gesundheit bewahrt und stützt. Doch die Unsterblichkeit kann dem Körper niemals zuteil werden, weil der Körper das Reich der Vergänglichkeit ist, die Versuchsanstalt des Todes und dessen Beute. Der Leib ist der Tod an sich. Die Ewigkeit gehört dem Geist, doch er muss gegen den Tod ankämpfen, um die Ewigkeit zu erringen, gegen den Tod, das heißt gegen den eigenen Körper. Die beiden vertragen sich nicht, ebensowenig, wie man Feuer und Wasser zusammenbringen kann, weil eins das andere unbedingt vernichtet. Der Mensch ist das entsetzliche Schlachtfeld dieses Duells. Die Waffen des Leibes sind die Leidenschaften, das wilde Gefühl der Leere, genussträchtige Emotionen, die Freude an der Schönheit der Formen und die Sehnsucht danach. Die Waffen des Geistes dagegen sind die Enttäuschung nach der Befriedigung und nach verschiedenen Reaktionen, das Leid, das Alter, Krankheit und Tod. Körper und Geist tragen ihre Schlacht auf der Verbindungsbrücke der Seele aus. Sie geraten immer wieder aneinander. Manchmal nimmt der Körper den Geist gefangen, mauert ihn ein ohne Wasser und Brot und meint ihn getötet zu haben. Der Geist aber besitzt eine Waffe, die ihm keiner nehmen kann, die einzige, letzte und schließlich stets siegreiche Waffe: die Unsterblichkeit. Wenn der Körper den Geist besiegt hat, so wird dieser für alle Zeiten vernichtet. Das wahre Elixier der Alchimisten ist eine Waffe gegen den Körper. Ihre Medikamente, die das Leben des Körpers verlängern, sind nichts weiter als ein Experiment, um sich länger auf feindlichem Gebiet aufhalten zu können, damit der Geist mit Hilfe eines verfeinerten, älteren Gehirninstrumentes alles auskundschaften, Erfahrungen sammeln und sich besser für den letzten, entscheidenden Kampf rüsten kann. Nur der erwachte Geist kann zum Elixier vordringen, und nur dann, wenn er dieses Mittel nicht mehr zum Verrat mißbrauchen kann."

"Der rote Löwe" von Mária Szepes (1908 - 2007)


Ich kann vor solchen Sätzen auf die Knie fallen. Das ganze Buch, die Formulierung der Sätze, die MAcht der Energie dahinter, die Klarheit ist zum blanken Staunen. WAS für ein Werk!!!



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1 Kommentar:

  1. Liebe Claudia, wenn ich irgendetwas noch widersprechen wollte, dann dem.
    Es entspricht zwar durchaus einer individuell-subjektiven Wahrheit, nicht jedpoch dem, was ich als absolut bezeichne.
    Meine K nie sind mir zu schade für etwas, was ich einfach nur als Lüge entlarve - wenn auch mit äußerst weisen Worten!
    Und ich weiß es (für mich), weil ich deswegen hierher gekommen bin u.a.
    Das ist mein Thema sozusagen, allerdings nicht unbedingt als Gentechnikerin wie E.C.Wolf . .
    Gott in der Physis stirbt nicht ewig im Körper.
    Es war "nur" eine Möglichkeit, tiefe Erfahrungen damit zu sammeln, nicht jedoch, um es in alle Ewiglkeit fortzuschreiben.
    Der Tod wird also auch sterben, das weiß er übrigens...
    Du siehst, h i e r an diesem Punkt bin ich leidenschaftlich . .
    Nichts für ungut.
    Ganz herzallerliebste ewige - Lebensgrüße vom Körper meines Ich Bin.

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